Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen

„Kinder und Uhren dürfen nicht beständig aufgezogen werden: man muss sie auch mal gehen lassen.“

Jean Paul

Kinder und Jugendliche sind keine „unfertigen Erwachsenen“; sie haben eine eigene Erlebens- und Erfahrungswelt. Das wird heute in unserer auf Effizienz und Leistung getrimmten Gesellschaft leider häufig vergessen. In diesem Zusammenhang reagieren Kinder und Jugendliche oft verstört.

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Die Kindheit und Jugend ist gekennzeichnet durch Entwicklungsstufen, in denen Besonderheiten in Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Verhalten auftreten. Kinder und Jugendliche haben viele Anforderungen und Aufgaben zu bewältigen, welche die altersbedingten Entwicklungsschritte mit allen körperlichen und psychischen Veränderungen so mit sich bringen.

Solche Prozesse sind leider auch störanfällig, was sich sowohl im Verhalten (z.B. Trotz, Impulsivität, Rückzug, Sucht) als auch in körperlichen (z.B. Bauch- und Kopfschmerzen, gehäufte Infekte) und emotionalen (z.B. Ängste, Aggressionen) Symptomen ausdrücken kann. Ferner können lang andauernde Konflikte im sozialen Umfeld (z.B. Familie, Kindergarten, Schule) zusätzlich belasten, denn Kinder und Jugendliche haben ganz feine Antennen dafür.

Nicht immer erfordern Verhaltensauffälligkeiten zwingend eine Psychotherapie. Psychotherapeutische Hilfe zu suchen ist jedoch dann sinnvoll, wenn ein Leidensdruck bei den Kindern und Jugendlichen als auch den Eltern oder anderen Bezugspersonen (z.B. aus Kindergarten, Schule) besteht.

„Niemand weiss, was ein Kind ist, und was ein Kind birgt. Das Kind ist ein Neujahrstag, und der Neujahrstag trägt ein ganzes Jahr in seinem Schosse; ein Kind ist ein Rätsel, und in diesem Rätsel liegt vielleicht der Stein der Weisen.“

Jeremias Gotthelf

Die Grundsätze der Verhaltenstherapie, welche die Eigenverantwortlichkeit, Kompetenz und Autonomie eines Menschen betonen, gelten für die Kinder- und Jugendtherapie ebenso. Da Kinder und zumeist auch Jugendliche nicht freiwillig in eine Therapie kommen, sondern gebracht werden, braucht es zunächst Geduld und Akzeptanz, um eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, die Grundlage jeder Psychotherapie ist....

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Das Umfeld der Kinder und Jugendlichen hat eine zentrale Bedeutung.

So ist gerade für jüngere Kinder wichtig, dass die Eltern in die Therapie mit einbezogen werden. Gemeinsam Wege und Möglichkeiten zu erarbeiten, wie die Probleme zu Hause oder anderswo aktiv angegangen werden können, steht im Mittelpunkt einer partnerschaftlich orientierten Zusammenarbeit.

Bei Jugendlichen werden die Eltern nach Bedarf und Absprache mit einbezogen.

Je nach Problematik findet eine Zusammenarbeit mit weiteren Bezugspersonen aus Familie, Kindergarten, Schule und Lehrstelle statt.

In die integrative Verhaltenstherapie fliessen verschiedene therapeutische Methoden mit ein, die dem jeweiligen Entwicklungsstand, der Persönlichkeit und den Ressourcen der jungen KlientInnen Rechnung tragen. Diese Methoden stammen u.a. aus der Psychomotorik, der Spieltherapie, der Musiktherapie und dem Yoga.

„Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen.“

Maria Montessori